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Die Meinung von Joachim Reichel

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Auweia

Wednesday March 31, 2010 @ 08:53 PM (CEST)

Vom Fachbuchverlag O’Reilly gibt es eine Reihe, die mit ihrem Titel darauf abzielt, daß Computer Software heutzutage i.d.R. kein Handbuch mehr beiliegt.
Die Reihe heisst im englischen Original The missing manual und hat als Untertitel The book that should have been in the box.

Als ich mir letztes Jahr Dein Gehirn, das fehlende Handbuch gekauft habe, fand ich es schon seltsam, daß unterhalb von ‘Das fehlende Handbuch’ noch stand ‘Ein MISSING MANUAL. Der Trick, die Verbindung zur zur Originalreihe mittels Großschreibung als Eigenname zu deklarieren, lässt das deutsch – englisch gerade noch erträglich erscheinen.

Bei den neueren Veröffentlichungen verzichtet man auf das ‘fehlenden Handbuch’ und schreibt gleich Das Missing Manual.
Das Missing Manual. Da schüttelt es mich.

Mensch O’Reilly, ihr vertreibt Bücher. Das heisst gedruckte Sprache.
Da sollte sich doch auch auf dem Umschlag eine Zuneigung zu eben jener wiederfinden.

Leider ist die genaue Szene nicht überliefert in der Alfred ‘Adi’ Preisler diesen Satz sagte.
Ich gehe aber stark davon aus, daß er es tat, als er genervt war, von den vielen vorab geäusserten Annahmen und Einschätzungen zum kommenden Spiel seiner Dortmunder Borussen.
In die Umgangssprache ist eigentlich nur der zweite Teil eingegangen: ‘Entscheidend is auf’m Platz’. Dieser wird seine Aktualität nie verlieren, im Gegenteil, er ist aktueller denn je.

Seit einigen Jahren gewinnt man den Eindruck es wird mehr über Eventualitäten oder vielleicht Eintretendes berichtet, als über das wirklich Geschehen.
Sämtliche Medien, auch die seriösen Vertreter ihrer Zunft, blicken mit Verve in die Glaskugel und verwerten was diese darstellt.
Theorien, Thesen und Untersuchungen von Diesem und Jenem füllen Seiten und Sendeminuten.
Alles wird dargereicht als handle es sich um Tatsächliches.
Weicht die Gegenwart von der Vorhersage ab, wird von einer ‘überraschenden’ Entwicklung gesprochen, ‘die so nicht zu erwartet war’.
Die einst als vierte Gewalt im Staat titulierten Medien kämpfen scheinbar nur noch um Quoten und Klicks.
Dazu ist jede ‘Neuigkeit’ recht.

Das Filtern der medialen Darreichungen wird dadurch immer schwieriger.
Perspektivisch beisst sich die Medien Katze damit in den eigenen Schwanz, denn die wachen Konsumenten werden sich nach und nach abwenden.
Da hilft nur noch ein neues Realitätsbewusstsein.
Auf und nebem dem Platz.

So einfach und doch so schwer

Wednesday December 09, 2009 @ 10:56 PM (CET)

Wenn Sie Menschen begegnen, die auf einem bestimmten Gebiet richtig gute Expertise
besitzen und Sie unterhalten sich ein wenig länger mit Ihnen, werden Sie fast immer
einen Satz hören wie: “Anfangs dachte ich …”, “… habe ich dann erst im Laufe der Zeit”, "war ja auch nicht abzusehen … ", “… hatte ich den Überblick und konnte …”.
Der Volksmund formuliert “Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen”.

Mir fällt noch ein: Erfolg kommt durch richtige Entscheidungen, richtige Entscheidungen kommen durch Erfahrung, Erfahrung kommt durch Fehler.

Ich möchte hier nicht den Verzicht auf Ausbildung durch Versuch und Irrtum propagieren, die Vorstellung beim Zahnarzt zu hören “Ich versuche es heute mal anders, hab’ da was gelesen” ist ziemlich unschön.

Die Frage, die ich mir stelle, ist die:
Wenn alle Menschen die Erfahrung machen, daß man mit der Zeit besser wird, warum erwarten dann viele Leute die ein Projekt aufsetzen, die große Erkenntnis zu Beginn ?

Da werden wie vor 20 Jahren Meetings angesetzt, zentnerweise Papier vollgeschrieben, Formulierungen diskutiert und Abläufe skizziert, obwohl man noch nicht einmal angefangen hat.
Meine Erfahrungen mit der Art und Weise wie Menschen ticken und Erkenntnis gewinnen zeigt, daß die guten Ideen in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Problemstellung entstehen.

Kann man diese Auseinandersetzung simulieren ? Zum Teil. Mit Planspielen und Prototypen.
Werden diese durchgeführt, erstellt ? Nein, das kostet ja. Papier ist preiswert und geduldig.
Der Katzenjammer kommt dann im Projekt.

Besser wäre doch ein iteratives Vorgehen, Zug um Zug zum Erfolg.
Warum ist das so schwer umzusetzen in der gegenwärtigen Praxis ?

Menschen mögen keine Ungewissheit, als kleine Schwester der Veränderung ist sie für die Meisten nur schwer zu ertragen.
Verantwortliche wollen einen Festpreis und ein exaktes Zeitfenster.
Menschlich gesehen ein nachvollziehbares Bedürfnis, bloss wenn es doch kontraproduktiv ist, die Gefahr eines Fehlschlags erhöht, warum dann diesem Bedürfnis nachgeben ?

Eine nette Geschichte dazu aus dem Blog von Derek Sivers (auch auf deutsch zu lesen, sehr gute automatisierte Übersetzung, die ist alleine schon einen Besuch wert ).
Es geht um Gehwege in einer neuen Uni Grünanlage: Die Einen wollen sie da, die Anderen dort.
Ein Professor schlägt schliesslich vor, ein Jahr lang nichts zu tun und dann die durch die Studenten ‘erlaufenen’ Wege zu pflastern.
Eine einfach, gute, zielführende Idee, nicht wahr ?
Derek formuliert daraus den Ratschlag:
“Widerstehe dem Drang, alles im Vorhinein zu ergründen, Erkenne, dass dies der Zeitpunkt ist, an dem du am Wenigsten weißt”

Wo er Recht hat …

Nochmal der gleiche Fehler !

Friday October 16, 2009 @ 12:27 PM (CEST)

Man kennt das aus den Asterix Heften. Eine Gruppe Römer wird nacheinander von Obelix verhauen.
Spätenstens nachdem der zweite Soldat bewusstlos am Boden liegt, sollte der Gegner doch begriffen haben, daß hier keine Erfolg zu erzielen ist. Trotzdem wird weiter angegriffen.
Im den Asterix Heften ist das ein mehr oder weniger amüsanter Running Gag, der einfach dazugehört.
Solches Verhalten im echten Leben wäre ziemlich bescheuert und doch gibt es das – auf freiwilliger Basis.

In den letzten Monaten vervielfältigt sich das Angebot an Lesegeräten und Kaufplattformen für elektronische Bücher.
Dabei ignorieren alle die schmerzhafte Lektion, die die Musikindustrie lernen musste.

Der Konsument lehnt die Gängelung, die unter dem Namen DRM (Digital Rights Management) bekannt ist, rundweg ab.
Nicht weil er in der Illegalität reüsieren will, sondern weil er einfach das Produkt ohne Schwierigkeiten dort ‘handhaben’ will wo er möchte. Auf dem PC, auf dem Laptop, auf dem Mp3 Player, auf dem Smartphone.
Dieser, ansich doch leicht nachvollziehbare, Grund wird von der Industrie ignoriert.

Ausserdem ist der gemeine Konsument nicht so blöd, wie der Handel ihn gerne hätte. Das ein elektronisches Buch in Deutschland den selben Preis hat, wie ein gebundenes Buch im Laden, obwohl die Produktion deutlich preiswerter ist und die ganze Logistik wegfällt, ist nicht nachvollziehbar und wird bemerkt.

Digitale Musik und die Vertriebsplattformen wurden in dem Moment richtig erfolgreich als es möglich wurde EIN Format auf unterschiedlichen Systemen abzuspielen und eine Sicherheitskopie anzufertigen.
Wenn die Verlage sich dieser, in der Vergangenheit bewiesenen Wahrheit, verschliessen wird der Erfolg ausbleiben.
Schade.

Der Browser als Betriebssystem ? Ich kann mich gar nicht mehr genau an den
Ursprung dieses Slogans erinnern. Wurde er von einem technischen Journalisten erschaffen oder war es die Marketingabteilung von Google ?

Technisch stimmig ist die Aussage nicht, ein ‘Internetempfänger’ wird das
Betriebssystem niemals ersetzen.

Das wusste bestimmt auch der Schöpfer dieses Fragments. Er hat einfach, mit etwas künstlerischer Freiheit, die Vision dass man alle Programme die ‘man so braucht’ aus dem Internet lädt und im Browser ausführt, zusammengefasst.
Und eine prima Schlagzeile erzeugt ;-)

In dieser Vision reichen eine schnelle Leitung und ein Browser auf einem internetfähigen Gerät, egal ob Smartphone, Laptop oder dicker Tower, aus um all das zu tun was die Menschen mit ihren Computern tun.
Heutzutage unterscheiden sich die Geräte noch deutlich im Leistungsumfang aber das kann / wird sich ändern.
Wer hätte denn vor ein paar Jahren gedacht, dass man einen Song in ordentlicher Qualität auf einem ‘Telefon’
aufnehme kann ?

The 88 – The Making of Love Is The Thing

Wie weit ist dieses Vision noch entfernt – ist sie überhaupt erstrebenswert ?

Die grossen Antreiber dieser Vorstellungen sind die Firmen die damit Geld verdienen wollen.
Da ist z.B. Google, die haben ohnehin die Infrastruktur, die sie für solche Vorstellungen brauchen.
Im Gegensatz zu Microsoft, IBM oder Oracle hat Google noch nie Programme geschaffen oder vertrieben die
auf Rechner installiert werden und die lokalen Resourcen nutzen.
(Ok, Chrome und Picasa sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen.)

Hier werden geschickt Geschäftsinteressen mit Zukunftsvisonen verküpft und diese dann
frequentiert unters Volk gebracht.

Die Schwächen dieser Vorstellung:

- Zuverlässigkeit

Software mit der gearbeitet wird, muss laufen und das immer.
Immer ! Jeder Ausfall kostet Geld, verprellt Kunden.
Mit der Zuverlässigkeit eines Services z.B. von Google hätte ich keine Probleme.
Die haben die nötigen Hardware-Redundanzen, die Spezialisten und die Erfahrung.
Bei anderen, vor allen kleineren Anbietern, muss man das glauben, was im Prospekt steht.
Die Verbindung zwischen ihrem Computer und dem Internet ist aber eindeutig die Archillesferse und das wird auch so bleiben.

- Performance

Die gemieteten Anwendungen teilen sich Ressourcen, CPU Zeit, RAM, Festplattenplatz und Netzwerk.
Wie konstant diese zur Verfügung stehen, weiss man erst nach einer längeren Probefase.

- Client Technik

Jeder Anwendungsentwickler weiss um die Kompromisse, die gemacht werden um mit Html, CSS, Javascript die Bedienoberfläche, das User Interface, für serverseitge Programme zu schreiben. Auch 2009 interpretiert jeder Browser Html anders und es bleibt auch keinem der damit arbeitet verborgen, dass Html für einen anderen Zweck geschaffen wurde, nämlich der Darstellung und Verknüpfung von Textdokumenten.
Einige Hersteller versuchen diesen Mangel mit Plugins zu beseitigen. Dabei handelt es sich grob gesagt um Ablaufumgebungen für Programme die mit anderen Programmiersprachen und Bibliotheken geschrieben sind. Das bekannteste Plugin, der Flash Player von Adobe, hat sich mit seinen Entwicklungswerkzeugen in den letzten Jahren zu einer Platform entwickelt. Microsoft zieht mit all seiner Manpower mit Silberlight nach, welches in kurzer Zeit schon bei Version 3 gelandet ist.

Beide Hersteller wissen um die Einschränkung des ‘im Browser laufens’ und bieten deshalb auch Verfahren an, mit denen eben jenen Browser verlassen werden kann. Diese Desktop Versionen bieten mehr Funktionsumfang, dürfen aber nicht all das, was traditionelle Software auf einem Rechner darf. So ist z.B. der Zugriff auf die Systemebene aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Dafür kann man lokale Datenbanken erstellen und bearbeiten, ein Faktum, welches manch einem entgegenkommen dürfte. Die Sorge um private Inhalte, die im Netz liegen, kann so vermindert werden. Es entstehen Hybrid-Anwendungen, teils webbasiert, teils ‘normales’ Client Programm. Um die erweiterte Funktionalität nutzen zu können müssen auch Programmteile dauerhaft auf dem Rechner installiert werden. Damit schliesst sich der Kreis wieder.

Manch einer fühlt sich an den ‘Browser War’ zwischen Microsoft und Netscape in den 90ern erinnernt und sieht schon ähnliches mit den Plugins passieren.

Wer einmal schauen möchte wie sowas aussieht kann sich Photshop Express ansehen, eine einfache Bildbearbeitung im Browser. Ein Beispiel für eine aus dem Browser ‘ausgebrochene’ Plugin Anwendung ist das Entwurfsprogramm Balsamique Mockups .

Unglaubliche Wahrheiten !

Tuesday July 21, 2009 @ 11:28 PM (CEST)

Die US Bank Morgan Stanley liess den Londoner Schüler Matthew Robson den Medienkonsum seiner Freunde untersuchen.
Nette Aufgabe für einen Praktikanten.
Das Ergebnis hat nach seiner Veröffentlichung riesige Wellen geschlagen.
Das Echo sei fünf bis sechsmal so hoch gewesen wie bei anderen Analysen.
Was Matthew herausgefunden hat ist folgendes:

- Die jungen Menschen benutzen mehr Medien als je zuvor, wollen aber nicht dafür bezahlen
- Sie nutzen Twitter nicht, weil es zu teuer ist, wenn es von mobilen Telefonen benutzt wird
- Das Twitter Profil interessiert Niemanden.
- Keiner gibt sich damit ab Radio zu hören
- Fernsehen ist mit seinem festen Programmschema ist ebenfalls uninteressant
- Printmedien werden nicht gelesen (zu lange Texte)
- Werbung im Internet finden sie extrem nervig und sinnlos

Die Unattraktivität von Twitter hat mich überrascht. Ich persönlich mag es nicht, dachte aber ‘die Jugend’ fände das cool.
Den Rest hätte ich so wohl getippt, obgleich ich eher wenig Kontakt in die Altersgruppe habe.
Wenn ich mir aber vorstelle, ich wäre 2009 15 Jahre alt geworden, dann sähe ich das wohl genauso.

Davon abgesehen finde ich zwei Aspekte interessant:

Jeder Hersteller von Kosumartikeln versucht die Jugend zu umgarnen, weil er sich erhofft,
mit der ersten Prägung einen lebenslangen Kunden zu erhalten. Diese Hersteller geben nicht unerhebliche Mittel aus um diese Zielgruppe zu erforschen.
Dann geht ein Praktikant hin und befragt seine Kumpels und die Antworten überaschen alle ?
Irgentetwas passt da nicht. Was haben denn die Marktforscher vorher den Firmen erzählt ?

Unser Wirtschaftssystem beruht ja zu einem guten Teil darauf über den zum Leben notwendigen Bedarf hinaus zusätzliche Wünsche zu erzeugen, Begehrlichkeiten zu wecken, den Konsum anzuregen.
Dazu muss dem Mensch ja mitgeteilt werden, was er denn unbedingt braucht um glücklich zu sein ;-)

Betrachtet man obige Liste, dann fallen zu diesen Zweck ALLE bisherigen Methoden aus.

Viel Spass (Werbe)industrie !

In einem meiner letzten Beiträge zitiere ich ja Larry Elison und seine Aussage zur ‘modebewussten’ IT-Welt.
Aktuell ist die Wolke, alias Cloud, der letzte Schrei.

Worum geht es dabei ?
Ganz abstrakt gesehen kauft man Rechenleistung, entweder als Ergänzung oder als Ersatz für die Leistung, die ein oder mehrere Rechner in der Firma oder zu Hause erbringen.
Geliefert wird über das Internet, in Dokumenten oft als Wolke skizziert. Daher der Ausdruck.
Das ist in etwa so als würden Sie, anstelle eines eigenen Wagens, die notwendige Beförderungsleistung in Form von Taxifahrten kaufen.
Ähnlich stellen sich dann auch die Vorteile dar, die Aufwendungen für die Anschaffung und den Betrieb entfallen, Sie zahlen nur für die Fahrt.
Nun wird kein Aussendienstler, der 70.000 km in Jahr fährt, diese mit dem Taxi absolvieren. Ein Leasing, bei dem der Wagen nach drei Jahren zurückgegeben wird, ist aber interessant.
Auch beim Einkauf von Rechenleistung kann der Interessent aus verschiedenen Angeboten wählen.

Man kann drei Arten der Bereitstellung unterscheiden:

- Infrastruktur
- Plattform
- Software

Je spezifischer gewählt wird, umso stärker bindet man sich an das System des Anbieters, desto grösser ist aber auch der ‘Komfortgewinn’.

Da die Analysten, – ja genau die, die die Wirtschaftskrise nicht haben kommen sehen, der Meinung sind die Wolke wäre das grosse Ding derzeit, buhlen alle grossen Anbieter um Kundschaft. Sogar Oracle, bis dato nicht gerade als glühender Verfechter der Wolke aufgefallen, plant angeblich einen eigenen Service.
Ebenso wie Microsoft, was interessant ist, weil beide Firmen sehr viel Geld damit verdienen, die in den Firmen stehende Hardware mit ihrer Sofware zu versorgen. Ich denke es ist wie immer. Die Manager möchten sich nicht zum Vorwurf machen lassen, sie hätten keine Claims abgesteckt als das Gold gefunden wurde.

Mit den technischen Unterschieden der o.g. drei Arten der Bereitstellung und in welche Form welcher Anbieter diese zur Verfügung hält, könnte man Seiten füllen. Ich möchte drei Aspekte, die mir persönlich wichtig erscheinen aufgreifen, auch weil sie erstaunlich selten in den Berichten die ich lese vorkommen.

1) Das Internet
Alle Angebote setzen eine Bedienung über das Internet voraus. Das bedeutet zwischen Ihnen und Ihrem Programm ist das Internet und ganz profan ihre Leitung. Beide können grosse Unterschied in der zur Verfügung stehenden Bandbreite hervorrufen.
Ich bewege mich seit Herbst 1995 im Internet. Die Infrastruktur ist seitdem immer billiger und auch schneller geworden.
Trotzdem ist ein Abrufen der Mails, die auf einem meiner Webmail-Accounts in den USA landen, um 17:30 Uhr viel zähler als um 9 Uhr vormittags. Selbst die enorme Infrastruktur, z.B. von Yahoo, spiegelt die unterschiedliche Belastung wieder. Wäre die Bedienung nur in dem ‘17:30-Tempo’ möglich, würde ich bald Abstand von diesem Angebot nehmen.
Selbst wenn Ihre Firma eine fette Standleitung zu einem grossen Knoten gemietet hat, sind sie diesen Schwankungen ausgesetzt, denn hinter dem Knoten müssen sich Ihre Daten ja in den allgemeinen Verkehr einreihen.
Inwieweit der Ausbau der Netz-Infrastruktur mit dem wachsenden Datenaufkommen mithält ist für die nächsten Jahre noch nicht geklärt.

2) Die Daten
Ihre Daten liegen in der Wolke, das bedeutet verteilt auf viele Festplatten in der Infrastruktur des Anbieters.
Dieser muss fehlerhaftes Material schnell ersetzten und eine 24/7 Betrieb sicherstellen.
Das ist sehr angenehm hat aber ein Geschmäckle. Ob Daten aus der Weltraumforschung oder der Sozialsysteme, überall gab es schon Lecks.
Vielleicht ist das die schwerste Entscheidung bei einem Cloud-Service. Vertraue ich der Sicherheit des Dienstleisters ?
Eines finde ich unabdingbar, ein lokales Backup, zumindest die Möglichkeit dieses jederzeit zu erstellen.
Deshalb ist auch vorher zu überlegen, ob das was z.B. Googles BigTable Database zurückliefert ohne Aufwand in anderer Form zu bearbeiten ist. Ich habe da meine Zweifel und sehe die Gefahr, das sich manch einer ‘auf Gedeih und Verderb’ seinem Wolkendiestleister ausliefert. Besonders schön, wenn der Manager, der dieses Szenario propagiert hat nicht mehr im Hause ist :-) .

3) Kosten
Die Betrachtung zu den Kosten ist schwierig, denn immer wenn z.B. amerikanische Kollegen über Preise schreiben, denke ich, ich bin im falschen Film. Ich erkäre mir das dann immer so, dass die beschriebenen Websites / Webanwendungen einem so heftigen Besucherstrom ausgesetzt sind, das dieser Aufwand gerechtfertigt ist. EngineYard z.B., eine profilierter Rails Hoster, bei dem einige vorzügliche Ruby Spezialisten arbeiten, hat sein einigen Monaten auch ein Cloud Angebot, welches als Einsteiger Modell positioniert ist.
Das ‘Solo’ genannte Produkt bietet gewissen Service, wie z.B. das Resource Monitoring aber glänzende Augen bekomme ich da nicht.
Die kleine Lösung kostet mit mittlere Kalkulation $ 63,— und eine richtig grosse ‘High-Traffic-Site’ liegt bei $ 716,05 pro Monat.

http://www.engineyard.com/cloud-services/solo/pricing

Auf dzone.com, einer Linksammlung der internationalen Entwicklergemeinde, fand ich dieser Tage einen schwärmerischen Bericht, wie man in 15 Minuten den gemieteten Cloud Space bei Amazon einrichtet. Dabei ging es um einen sogenannten LAMP-Server. Diese Konfiguration mit Linux, Apache, MySql, Php (Perl, Ruby) ist sehr gefragt und wird auch von allen Anbieter von virtuellen und dezidierten Servern angeboten.
Der Londoner Kollege schwärmte von den güngstigen Bedingungen, just 25 cent per hour.
Ah ja, 24 * $ 0,25 sind 6 Dollar am Tag. Rechnet man den Monat mit 30 Tagen erreicht man also $ 180.
Was für ein Schnäppchen ;-)
Da schaue ich lieber bei HostEurope, Hetzner oder anderen deutschen Hostern vorbei.

Es gibt bestimmt Szenarien wo sich die Cloud Angebote als ‘vernünftig’ erweisen. Die finden sich aber (noch) nicht in meinem Tätigkeitsbereich.

Faktenform zurück aus der Wellness-Klinik

Tuesday June 09, 2009 @ 06:42 PM (CEST)

Abgespeckt und in neuem Design präsentiert sich FaktenForm, der schnelle Informationsspeicher.
Faktenform ist so eine Programm, welches eigentlich immer gebraucht wird, wenn mehrere Menschen zusammenarbeiten und ‘Insider’-Wissen teilen, egal ob es sich um spezielle Vorgehensweisen handelt, die beachtet werden wollen oder die Vorlieben bestimmter Kunden festgehalten werden. Einfach einen Eintrag erstellt, ggf. einen Link dazu und fertig.
Kein zeitraubendes Überlegen in welche Kategorie die Information einzusortieren ist, einfach beliebig viele Schlagwörter vergeben und abspeichern.
Sollten die Schlagwörter einmal nicht weiterhelfen, hilft eine effiziente Volltextsuche das Gewünschte zu finden.

FaktenForm war mein erstes Ruby on Rails Projekt in den dunklen Wintertagen 2006 / 2007 und ‘damals’ habe ich ‘reingepackt’ was ging. Animierte Dialoge, Ajax hier, Ajax dort. Funktioniert hat es bis heute ausgezeichnet aber in dem Wissen ‘ich könnte ja , wenn ich nur wollte :-)’, habe ich die Oberfläche reduziert auf das Nötigste. Die Volltextsuche war in der Urversion mit Ferret schnell und zuverlässig. Die Geschwindigkeit wird jedoch mittels kompiliertem C Code im Ferret Baustein erreicht. Dieser steht einem alternative Einsatz unter einem Java Anwendungsserver im Wege. Deswegen übernimmt die VolltextSuche jetzt Sphinx. Subjektive Vergleiche sind sehr schwer, langsamer ist Sphinx aber mit Sicherheit nicht.
Informationen anlegen, editieren, löschen, verschlagworten, falls nötig per Volltextsuche finden. Überall, jederzeit. Keine Raktenwissenschaft – aber sehr nützlich !
Schauen Sie doch mal vorbei.
http://faktenform.de

Im Allgemeinen gar nichts.
Im Speziellen ? In diesem Jahr schon, finde ich.

Robert Plant und Alison Krauss erhielten fünf der Preise für ihr gemeinsames Album ‘Raising Sand’.
Neben der Klasse der beiden Künstler und der beteiligten Musiker, wurde dieser Erfolg auch durch den Produzenten T-Bone Burnett möglich, der bereit war Neues zu probieren.


Robert Plant | Alison Krauss | Raising Sand

Die Fokussierung auf das Ziel bei gleichzeitigem Lösen von tradierten Vorgehensweisen hat ein Album geschaffen, das Viele für nicht möglich gehalten haben; der Rocker und die Bluegrass Lady – das kann ja nichts werden. Ist es dann aber doch !

Wie bei nahezu allen anderen Gegebenheiten im Leben werden die Preise nicht von den Bedenkenträgern gewonnen.
Das gilt für die Musikindustrie, die ja in den letzten Jahren eher durch Jammern über Raubkopierer als durch Innovationen aufgefallen ist, genau wie für die IT-Industrie, die – unabhängig von den Erfordernissen, so überraschend gerne den Trends folgt.
Wie sagte Larry Ellison, der extrovertierte Oracle Chef, unlängst: “Die IT-Industrie ist noch modebewusster als die Frauen”.

Doch zurück zur Analogie.
T-Bone Burnett hat also das Wagnis übernommen die beiden unterschiedlichen Künstler zusammenzuführen. Wobei gesagt werden muss, dass die Beiden ihre Zusammenarbeit schon beschlossen hatten bevor der Produzent ins Spiel kam. Es war also nicht sein Idee, er hat diese aber durch seine Umsetzung bestmöglich unterstützt.

Es sei wichtig gewesen, beide aus ihrer Komfortzone zu holen, sagte Burnett in einem Interview. Im Studio ermunterte der Produzent die Musiker um den New Yorker Gitarristen Marc Ribot dann, Vergangenes vergangen sein zu lassen und die Musik so zu spielen wie sie diese zu jetzigen Zeitpunkt empfinden. (Es handelt sich um Cover-Versionen früherer Songs anderer Interpreten).
Die Einspielzeit des Albums war dann mit 10 Tagen recht kurz, ausgefeiltes ‘Sounddesign’ fand zu Gunsten der beiden Stimmen nicht statt.

Da haben wir sie nun, die Bestandteile eines guten Software Projektes.

- Bisherige Lösungen sollen keinen Einfluss auf die Umsetzung des Neuen haben
- Raus aus der Komfortzone: ‘Das haben wir IMMER so gemacht’, hin zum: ‘Was soll denn eigentlich erreicht werden ?’
- Raum für Individualität, Ausdruck, Emotionen und Kreativität schaffen
- Klarer Fokus auf die Funktionalität, hübsch machen ja – aber nicht als Selbstzweck.

Unterschiedliche Disziplinen, gleiche Werte – nicht immer gut zu hören im Chor der Mode-Epigonen.

Wer mal reinhören möchte, kann das hier tun

Doch nicht soo schlimm ...

Thursday January 29, 2009 @ 06:24 PM (CET)

Gerade habe ich in einem Block eines amerikanischen Kollegen gelesen.
Er schrieb u.a. über die Gefahren des freiberuflichen Arbeitens.
Ein Übel wäre “Getting distracted and procrastinating”
Das P-Wort ;-) war mir nicht geläufig, in den wenigen Sekunden bis ich es in meinem Lexikon nachgeschlagen hatte, erschien aber schon ein Bild – oder besser gesagt eine Gefühlslage, die der Klang dieses Wortes bei mir ausgelöst hat.
Es hört sich für mich nämlich an, wie eine richtig üble Krankheit !
Naja, soo schlimm ist es dann doch nicht :-)

blog.bolne.de ist ein Zusammenspiel von Thoth, Ramaze, Linux und Joachim Reichel.